Fragt man Kusma, so ist die Sache ganz klar: „Kennt ihr denn nicht das Märchen von der Salzprinzessin? Worin drei Prinzessinnen ihrem Vater, dem König, sagen sollen, wie sehr sie ihn schätzen und lieben. Die dritte und jüngste Prinzessin sagt, sie liebe ihn so sehr wie das Salz. Weswegen der König empört ist und sie verbannt. Die Prinzessin nimmt das Salz des gesamten Königreiches mit, woraufhin der König schließlich versteht was seine jüngste Tochter meinte.

Wisst ihr denn nicht, wie essentiell das Salz für uns Menschen ist – und genauso ist es auch unsere Bildung – und ganz besonders jene in der Kindheit.“ Da mag er recht haben.

 

Nadja hingegen verweist auf die Redewendung „Wissen streuen“: "Darum geht es doch! Wir, also SalzZ, sind keine zentrale Bildungseinrichtung. Wir sammeln Wissen ein und streuen es soweit wir können. Wir gehen raus und verteile das Wissen. Deshalb heißt SalzZ nun mal SalzZ.“

 

Klingt auch plausibel.

 

Der Gründer von SalzZ, Maxim, hat für diese Theorien nur ein verschmitztes Grinsen übrig. Er macht ohnehin das größte Geheimnis um die Bedeutung. Das einzige, was er dazu zu sagen hat ist: „Und wie erklärt ihr euch dann das doppelte zZ am Ende von SalzZ?“

 

Jetzt wird es kreativ. Der tägliche Umgang mit phantasiereichen Kindern macht sich bemerkbar. Jessi hebt den Zeigefinger: „Die Kursleiter von SalzZ fliegen aus wie fleißige Bienchen und dabei machen sie „ZZZZZZ“ und verteilen dann so das Wissen.“ „Ja, aber die verteilen doch eigentlich süßen Nektar, kein Salz“, entgegnet Kusma. „Papperlapapp. Jedes Kind weiß, dass zu viel Zucker nicht gut ist“, weiß Jessi wiederum einzuwenden.

 

Ein zaghaft verwirrter Blick geht durch die Runde, ob der Situation in welcher sagenumwobenen Tiefe der Theorien wir angekommen sind. Aber es wird noch besser:

 

„Ich hab’s!“, verkündet Polina und holt aus, „Es gab einmal einen Salz Zwerg. Er lebte vor vielen hundert Jahren. Er war ein Einzelgänger und streifte durch die Lande. Als er eines Tages an die Tore der Burg Rotenfels klopfte, hatte er nichts dabei außer einem Säckchen Salz. Das Salz war sehr kostbar und der König liebte es, eine frische Priese davon über seine geliebte Schweinehaxe zu streuen - und darum ließ man ihn herein. Auf den ersten Blick mag er vielleicht nur ein Säckchen Salz bei sich getragen haben, doch ein viel kostbarerer Schatz, den er stets bei sich trug, waren seine Geschichten. Der Zwerg war viel herumgekommen und so schnappte er so einiges an Wissen aus unterschiedlichsten Kulturen auf.

 

Der Salz Zwerg war auch eigentlich kein Zwerg, sondern nur kleinwüchsig, doch das war Grund genug, als das man glaubte, er könne keine schwere handwerkliche Arbeit verrichten. Da er aber eine Aufgabe brauchte und sich mit seinen Geschichten aus fernen Ländern beim König beliebt gemacht hatte, so trug man dem cleveren Kerlchen jene Aufgabe zu, die Kinder der Burg zu unterrichten. Auch diese fanden rasch Begeisterung für seine Geschichten. Die Kinder hatten ein wenig mehr Feingefühl als die alten verdrießlichen Burgherren für die Namengebung des vermeintlichen Zwerges. Sie begriffen schon bald, dass „Zwerg“ ihrem neuen Freund eher eine Beleidigung ist und so kürzten sie seinen Namen ab. Fortan nannte man ihn nur noch SalzZ.“

 

Erstaunen über das spontane Spinnen dieser Sage und gleichzeitig wachsende Verwirrung machte sich unter den Geschichtenerzählern breit. Maxim grinst weiterhin zufrieden.

 

Letztlich geht es wohl darum die Fantasie anzuregen. Jede Geschichte kann wahrhaftig sein, wenn man an sie glaubt und die Vision stark genug ist. Wie Albert Einstein schon einst sagte: „Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.“ Insofern könnte Maxim mit dem Namen wohl seine Vision erfüllt haben.

 

Habt ihr noch weitere Sagen zum Namen SalzZ auf Lager? Her damit – wir sind gespannt! 

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